Arteriosklerose Behandlungsoptionen

Als Arteriosklerose werden Ablagerungen bezeichnet, die meist aus Fetten und/oder Kalk (meist Calcium) bestehen. Allgemein wird davon ausgegangen, dass hohe Cholesterinwerte seien die Ursache dafür. Den Patienten wird u.a. empfohlen, sich cholesterinarm zu ernähren und ggf. cholesterinsenkende Medikamente, sogenannte „Statine“ einzunehmen.

Niedrige Cholesterinspiegel korrelieren jedoch mit einem vermehrten Auftreten von Krebserkrankungen. Auch bei cholesterinarmer Ernährung bleiben durch die körpereigene Cholesterinproduktion die Blutspiegel nahezu unverändert. Cholesterin ist der Grundbaustoff aller organischen Zellen. 70% der Trockenmasse des Gehirns ist Cholesterin.
Wie seit Jahren bekannt, ist nicht Cholesterin, sondern u.a. Ascorbinmangel Ursache der Arteriosklerose (Alberts B, Johnson A, Lewis J, Raff M, Roberts K, Walter P. „Molekularbiologie der Zelle“ 2004).

Cholesterinsenker (Statine) senken zwar das Cholesterin, dies hatte jedoch in den vergangenen Jahrzehnten wenig Einfluss auf die Sterblichkeitsrate im Bereich der Herz- und Kreislauferkrankungen.

Cholesterinsenker

Die sogenannten Statine haben jedoch, neben der gewünschten Senkung des Cholesterins, auch unerwünschte Nebenwirkungen, wie z.B. eine Reduktion des Coenzym Q10-Spiegels, der wiederum für eine optimale Muskelfunktion (Herzmuskel/mitochondrale Atmungskette) unerlässlich ist. Ein Hinweis, der auf einen nicht ausreichenden Coenzym Q10-Spiegel hindeutet, sind u.a. Muskelschmerzen unter Belastung und Herzschwäche.

Wie entsteht Arteriosklerose? Eine weitere Sichtweise
Feinste Mikrorisse der inneren Arterienwandauskleidung, die u.a. durch eine unzureichende Versorgung mit Vitamin C und dadurch bedingten Fehlern in der Kollagensynthese (Kollagen = Bindegewebe) einhergehen, entstehen in Kombination mit dem höheren Blutdruck im arteriellen Schenkel und werden mit LDL, Cholesterin und besonders mit Lipoprotein(a) (Labormedizinisch messbar) verklebt und damit repariert. Bei anhaltendem Ascorbinmangel und ungebremster Lipidanlagerung entstehen die Plaques. Unter ausreichend Ascorbin (und Lysin, Prolin, Vitamin E, ß-Karotin, Selen und Kupfer) können sich die Plaques zurückbilden, bzw. die Neubildung vermieden werden (Willis GC, Light AW, Gow WS. Serial arteriography in atherosclerosis. CMAJ 1954;71:562-8). Sind Plaques jedoch bereits soweit fortgeschritten, dass Beschwerden auftreten, können zusätzliche Infusionen mit Phosphatidylcholin (PPC) von großem Nutzen sein, da bereits nach wenigen Infusionen häufig merkliche Verbesserungen wahrzunehmen sind.

Diagnostische Optionen

Über die Standartlaborparameter hinaus empfehlen wir weitere wichtige Laborparameter zu bestimmen, welche im Zusammenhang mit Herz-, Kreislauferkrankungen sinnvolle Erkenntnisse zur Behandlung geben können.

Beispiele:
ADMA (asymetrisches Dimethylarginin) – kann einen Mangel an Arginin anzeigen. Arginin ist eine natürliche Aminosäure. Aus Arginin kann Stickstoffmonoxyd (int. „Nitrogen“) hergestellt werden. Im Zusammenhang mit Bluthochdruck und Durchblutungsstörungen erweitert Nitrogen die Gefäße, so dass das Gefäßvolumen zunimmt und der Gefäßwiederstand sinkt, mit der Folge einer besseren Durchblutung. Nitrogen ist Hauptbestandteil des Nitrosprays, welches sofort erweiternd die auf die Gefäße wirkt.
Magnesium – wie alle im folgenden genannten Mineralstoffe sollten diese nur im Vollblut bestimmt werden.
Calcium – hohe Calciumspiegel können zu Gefäßverkalkungen führen.
Kalium – das wichtigste Mineral für die neuromuskuläre Erregungsleitung
Zink – Kollagensynthese, Zellmembran, Wundheilung
Kupfer – Blutbildung/Hämoglobinsynthese, Atmungskette, Kollagensynthese
Lipoprotein-a – hohe Lipo-a Werte zeigen ein erhöhtes Risiko für Arteriosklerose an. Falls dies bekannt sein sollte, können Vitamin B3, Vitamin C und Omega 3 Fettsäuren zur Senkung des Lipo-a Wertes führen

Weitere dringend empfohlene Untersuchungen
Ultraschall (Plaques und Ablagerungen), Blutdruck- und Pulsmessungen, EKG, u.a.m.

Therapeutische Möglichkeiten bei Arteriosklerose

Zunächst ist es unerlässlich, mittels Ultraschall zu ermitteln, ob es sich um weiche oder harte Plaques handelt.

Weiche Plaques sind i.d.R. fetthaltige Ablagerungen, harte Plaques dagegen meist Kalk (Kalzium).
Wie sie dies sicherlich aus ihrem Haushalt kennen, lösen sie fettige Rückständige mit einem Fettlöser, und Kalkablagerungen mit einem Kalklöser. Somit kommen je nach sklerotischem Befund auch unterschiedliche Präparate zur Behandlung in Frage.

Behandlungsoption bei weichen Plaques/Fettablagerungen, Arteriosklerose

Um Fettablagerungen in den Arterien wieder aufzulösen empfehlen wir die sogenannte Lipopower© Kur mit Phosphatidylcholin (PPC), einer mehrfach ungesättigten Fettsäure.
Die Lipopower© Kur ist eine Infusionstherapie mit dem Wirkstoff Phosphatidylcholin (aus Soya-Lecithin), der Fettablagerungen in sämtlichen arteriellen Gefäßen molekular auflöst, so dass keine Embolien entstehen können. Es ist die einzige, uns bekannte nichtoperative Methode, die es ermöglicht, atheromatöse Plaques aus dem Gefäßsystem umfassend aufzulösen. Bei dieser Anwendung werden therapeutisch wirksame Dosen der Phospholipide direkt in das Gefäßsystem infundiert.
Phosphatidylcholin (PPC und auch Soyalecithin genannt) besteht aus zwei ungesättigten Fettsäureketten und ist in der Natur weit verbreitet. Man findet es in pflanzlichen und tierischen Zellmembranen. Phosphatidylcholin wird auch bei Fettembolien, Fettstoffwechselstörungen, neurologischen Erkrankungen, chronischen Entzündungen und Lebererkrankungen eingesetzt.
Der frühere Handelsname des Medikamentes mit dem Wirkstoff Phospahtdidylcholin war Lipostabil©. Seine Indikation bezog sich bei intravenöser Gabe vornehmlich auf die Senkung der Blutfette und zur Vorbeugung und Behandlung von Fettembolien. Heute ist das Präparat ausschließlich mittels Eigenherstellung nach § 13 Abs. 2b Arzneimittelgesetz in speziell zugelassenen Laboren erhältlich.
Je nach Ausmaß der Ablagerungen werden 10-20 Infusionen empfohlen. Diese können täglich gegeben werden, sollten jedoch mindestens 2x/Woche erfolgen. Die Dauer einer Infusion ist dosisabhängig und nimmt etwa zwischen 40-60 Min. in Anspruch. Die Kosten belaufen sich auf 120,00 € bis 170,00 €/Infusion, je nach Dosierung.
Ernsthaftere Nebenwirkungen sind trotz tausendfacher Anwendung von Lipostabil bisher nicht gemeldet worden. Gegenanzeigen: Soya-Allergie

Indikationen von Phospatidylcholin (PPC)

Arteriosklerose (Carotis Stenose, periphere-, coronare-, cerebrale Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck, Potenzstörungen, Demenz, Konzentrationsstörungen
In unserer Praxis wenden wir PPC Infusionen seit 2014 regelmäßig an. Meine Ausbildung diesbezüglich erfolgte bei Herrn Dr. Sprachmann und Professor Dr. Schertel.
Kosten: 1000mg PPC 120,00 €/2000mg PPC 165,00 € pro Infusion (Stand 02/2020)

Behandlungsoption bei harten Plaques/Kalkablagerungen

Um Kalkablagerungen wieder aus dem Gefäßsystem zu entfernen und erneuten Plaques vorzubeugen ist es zunächst wichtig, den Kalziumspiegel im Blut zu bestimmen. Ist dieser erhöht kann dies mehrere Ursachen haben. Häufig liegt ein Vitamin K2 Defizit vor.
Ich werde über Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, usw. in weiteren Blogs eingehend schreiben.
Um jedoch die vorliegenden Plaques zu reduzieren können Na-EDTA Infusionen eingesetzt werden. Das Na-EDTA bindet das überschüssige Kalzium (Ca), dass über die Nieren ausgeschieden werden kann. Diese Infusionen beinhalten auch B-Vitamine und es empfiehlt sich, während der Infusionsserie den Status bestimmter Mineralstoffe regelmäßig zu kontrollieren und möglichen Defiziten im Rahmen der Ca-Ausleitung gegenzusteuern.
Die Anzahl der benötigten Infusionen sind abhängig von Schweregrad der Gefäßverlegung. Meiner Erfahrung nach sind 5-15 Infusionen nötig. Die Infusionsdauer beträgt 3 Stunden. Die Kosten zwischen 120,00 € bis 150,00 €

Meine Ausbildung bezüglich der Na-EDTA Ausleitung erfolgte bei der Deutschen Gesellschaft für Chelattherapie
Bei gemischten Plaques (Fett und Kalk) kommen Schaukelinfusionen zum tragen, das bedeutet PPC wird im Wechsel mit Na-EDTA infundiert.


Weitere Behandlungsoptionen bei Störungen der Durchblutung
Sauerstofftherapie nach Ardenne
Ozon rektal und subkutan
Magnetfeldtherapie
Bewegung und Ernährung
Substitution durchblutungsrelevanter Vitalstoffe, entweder gezielt nach labormedizinischem Befund, oder im Rahmen der allgemeinen Empfehlungen. Wobei ich anfügen noch zum Thema Vitamin C folgendes anfügen möchte:

Vitamin C (Ascorbin, Ascorbinsäure)

Da uns Menschen das Enzym L-Gulonolacton-Oxidase fehlt, können wir Vitamin C nicht wie die meisten Lebewesen synthetisieren, sondern müssen es mit der Nahrung zu uns nehmen.
Im Gegensatz zu den anderen Vitaminen, vor allem den fettlöslichen (E, D, K und A), die man nicht überdosieren darf, ist die Skala nach oben für Ascorbin nahezu unbegrenzt. Es ist eine der untoxischsten Substanzen, die wir kennen. Ascorbinsäure ist so ungefährlich wie Rohrzucker und weit weniger giftig als Kochsalz. Nach Tierversuchen ist erst ab einer einmaligen Aufnahme von 850 Gramm (0,85kg) Ascorbin mit vital bedrohlichen Nebenwirkungen zu rechnen. Demgegenüber stirbt man nach der einmaligen Aufnahme von 30 Gramm Acetylsalicylsäure (ASS) sofort.
Ohne Ascorbin können wir nicht leben. Fehlt es in der Nahrung oder wird es erheblich mehr verbraucht als zugeführt, entsteht innerhalb weniger Monate Skorbut. Die unzureichende Kollagensynthese (Bindegewebe) ruft eine Blutungsneigung, bedingt durch undichte Gefäße (erhöhte Kapillarfragilität) hervor mit den Symptomen:

  • Zahnfleischbluten, Zahnfleischwucherungen, Zahnausfall
  • Erschöpfung, Infektanfälligkeit, schlechte Wundheilung
  • Hyperkeratosen (übermäßige Verhornung der Haut)
  • Ekchymosen (größere Hauteinblutungen) und Petechien (punktförmige Hauteinblutungen)
  • Dermatitiden (Hautentzündungen), Muskeleinblutungen
  • Arthritiden (Gelenkentzündungen)
  • Depressionen, Reizbarkeit
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
  • Mangelnde Blutbildung (Anämie)
  • Mangelnde Kollagensynthes

Der Vitamin C (Ascorbin/Ascorbinsäure) Bedarf

Manche behaupten, man brauche gar nicht viel Vitamin C zu nehmen, da es ohnehin schnell ausgeschieden wird. Gerade weil es schnell ausgeschieden wird, muss man es ständig ersetzen, um einen ausreichenden Blutspiegel aufrecht zu erhalten.

Aus Tierversuchen ist bekannt, dass unter Stress der Ascorbinbedarf auf das zehnfache ansteigt, weil sehr viel Ascorbin für die gesteigerte Noradrenalinproduktion (Stresshormon) erforderlich ist. Es ist demnach plausibel, dass auch Menschen mit wenig Stress weniger Ascorbin brauchen als Menschen mit viel Stress.

Die Tiere, die Vitamin C synthetisieren können, scheiden dies natürlich auch aus. In Ruhe haben Ratten eine Tagesproduktion von 26 mg/kg, bei Stress eine von 215 mg/kg.
Neben körperlichem (Leistungssport, anstrengende Arbeiten, Rauchen, etc.) und psychischem Stress gehen auch Infekte mit einem gesteigerten Vitamin C Bedarf einher. Tritt bei einer Mangelversorgung ein Virusinfekt auf, wird Ascorbin hauptsächlich zur Virusabwehr für die Abwehrzellen (Leukozyten) benötig.

Zur Vermeidung von Skorbut genügen täglich ca. 20 mg Ascorbin. Beim Präskorbut ist die Situation komplexer. So suchte man Ende der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts mit Untersuchungen an Strafgefangenen die minimale Tagesdosis, bei der gerade noch keine Mangelerscheinungen auftraten – diese war 100 mg/d.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt die tägliche Zufuhr von 100 mg Ascorbin, für Neugeborene und Säuglinge 50 mg. Wie der Ernährungsbericht 2008 der DGE zeigt, erreicht die Mehrzahl der Säuglinge und der Bewohner von Pflegeheimen bei weitem nicht diese empfohlene Tagesdosis.
Pflegeheimbewohner haben eine deutlich zu geringe Aufnahme von Vit. D (90% der Bewohner), Vit. E (80%), Vit. B1 bis B12 (70%), Folat (97%), Vit. C (92%), Calcium (91%), Magnesium (96%), Eisen (82%) und Zink (68%).

Die Zufuhrempfehlung von 100 mg gilt nur für kerngesunde Menschen. Auch die DGE geht bei erhöhten Belastungen, Krankheiten und chronischer Medikamenteneinnahme von einem höheren Bedarf aus, gibt jedoch keine detaillierten Empfehlungen hierzu.
Ascorbingaben von 200 mg täglich führen bereits zu einer guten intrazellulären Sättigung der Leukozyten – beim gesunden, nicht unter physischen und psychischen Stress.
Mit der täglichen Zufuhr von 200 mg im Falle eines Infektes kann dies nicht gelingen. Stress, Infektionen (auch lokal begrenzte, wie Abszesse) und konsumierende Erkrankungen lassen den Bedarf auf ein mehrfaches steigen.

So wurde bereits 1954 in Kanada angiographisch (bildgebendes Verfahren zur Darstellung der Gefäße) beim Menschen festgestellt, dass sich arteriosklerotische Plaques in den Arterien mit einer täglichen Vitamin C Dosis von nur 1,5 g bei 60 % der Patienten innerhalb weniger Wochen zurückbildeten.
Das Subcommittee on Laboratory Animal Nutrition (USA) schreibt für die Fütterung von Labortieren, die kein Ascorbin synthetisieren können, entsprechende Mengen vor. So erhalten Meerschweinchen 42–167 mg/kg und Tag und Primaten 55 mg/kg und Tag. Demgegenüber werden dem homo sapiens (dem Menschen) 1,5 mg/kg KG und Tag empfohlen.
Es empfiehlt sich die Verwendung von reinem Vitamin C Pulver oder Tabletten. Die optimale Dosierung liegt für die meisten Menschen bei einer Tagesdosis von 4 – 8 Gramm. Ein gestrichener Teelöffel entspricht 1,5 – 2 Gramm, ein gehäufter 4 Gramm.
Höhere Vitamin C Blutspiegel, z.B. beim Vorliegen einer relevanten Arteriosklerose, u./o. erhöhten Lipoprotein(a)-Spiegeln können mittels Infusionen erreicht werden.

 

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